Zwei Monate im Deutschen Bundestag: Praktikumsbericht von Sascha

Plenardebatten, Ausschüsse, Gesetzentwürfe, Anträge, Strategiepapiere, Terminvorbereitungen, Bürgerbriefe und Besuchergruppen – all das war zwei Monate lang im Bundestagsbüro von Christian Petry mein tägliches Brot. Acht Wochen lang bekam ich einen authentischen Einblick in Alltag und Arbeit eines Bundestagsabgeordneten, durfte nicht nur Kaffee kochen und Post holen, sondern ernsthaft mitwirken und habe miterlebt, wie Politiker*innen und ihre Büros auf Hochtouren daran arbeiten in Zeiten von Krieg und Krisen die Lebensumstände der Menschen zu regeln. War der Bundestag zuvor weitestgehend eine Blackbox für mich, habe ich nun einen besten Eindruck davon, wie der Betrieb im höchsten deutschen Parlament läuft. Ich habe gelernt, was das Team hinter dem Abgeordneten alles leistet und wie die SPD-Bundestagsfraktion organisiert ist. Insgesamt wurden meine Erwartungen an das Praktikum mehr als erfüllt.

Neben Erwartungen hatte ich anfangs auch Befürchtungen: Was ist, wenn die mich im Büro nicht mögen? Was wenn ich da nur störe und nichts Produktives beitragen kann? Und habe ich überhaupt etwas dem Bundestag Angemessenes zum Anziehen? Zum Glück, muss ich sagen, haben sich alle Sorgen innerhalb kürzester Zeit in Luft aufgelöst. Das Büro Petry hat mir von Anfang an das Gefühl gegeben, Willkommen zu sein, ein Teil des Teams. Ich habe ernsthafte Aufgaben bekommen und meine Fragen wurden geduldig wie aufschlussreich beantwortet. Es gab wirklich nie einen Zeitpunkt, zu dem ich mich Unwohl oder Fehl am Platz gefühlt habe. Was will man mehr?!

Gleichzeitig war das von der SPD-Bundestagsfraktion organisierte Praktikant*innen-Programm eine echte Bereicherung. Zwei Mal die Woche standen entweder spannende Besuche in politischen Institutionen wie dem Kanzleramt oder aufschlussreiche Diskussionsrunden mit Kevin Kühnert oder anderen SPD-Bundestagsabgeordneten auf dem Plan – und das alles gemeinsam mit den anderen SPD-Praktikant*innen. Im Vorfeld und Anschluss war immer genug Zeit, um miteinander in Kontakt zu kommen, sich auszutauschen und sich auch mal zum gemeinsamen Mittagessen zu verabreden.

Alles in allem war das Praktikum im Büro Petry eine großartige Erfahrung, die ich allen, die mit dem Gedanken einer beruflichen Laufbahn in der Politik oder einem politiknahen Bereich spielen, nur dringend empfehlen kann. Selbst wenn ihr noch wenig politische Erfahrung habt oder keine Parteimitglieder seid – so wie ich. Auch wenn eine gewisse Sympathie mit der SPD und ihren Inhalten natürlich schon förderlich ist. Nichtsdestotrotz: Kein Studium oder Buch der Welt hätte mir die Geschichten und Erkenntnisse geliefert, die ich in zwei Monaten Bundestagspraktikum erleben und gewinnen durfte.